Die Gastronomie in der Aquitaine ist eine wahre Lebenskunst, die aus verschiedenen Strömungen hervorgegangen ist: die Gascogne mit ihren lebensfrohen Genussmenschen, die Guyenne mit ihren eher vornehmen Feinschmeckern, die ein bisschen „british“ wirken und eine neue, sehr innovative Küche, das Ganze gespickt mit Geschichten und Anekdoten, kurzum, eine sehr trendige Tafelkunst.

Hier fühlt sich jeder wohl, hier bekommt jeder etwas für seinen Geschmack.

Gastronomische Routen und Gourmetspaziergänge

 


Auf dem Land und in der Stadt können Sie Gourmet-Rundwegen folgen, auf denen Sie unser reiches Kulturerbe entdecken und gleichzeitig in den Genuss unserer kulinarischen Spezialitäten kommen.

Der Slow Tourisme ist hier die clevere Wahl! Halten Sie die Augen weit offen, um unterwegs unsere schönsten Dörfer zu entdecken. Nehmen Sie sich die Zeit, den Einheimischen zuzuhören, die Ihnen gern Anekdoten und Geschichten über diese hübschen Gegenden erzählen. Lassen Sie diese neuen aromatischen Düfte auf sich wirken, die im Laufe der Verkostungen Nase und Gaumen mit subtilen Geschmäckern verwöhnen.

Hier finden Sie die „offiziellen“ Routen, die mit entsprechenden Schildern gut markiert sind. Klicken Sie auf die Namen, um auf die verschiedenen Webseiten zu gelangen.
:: Die Gourmetroute des Baskenlands.
:: Auf der Route des Käses Ossau-Iraty.
:: Die Route des Foie gras aus dem Périgord.
:: Die Walnuss aus dem Périgord.
:: Die Austernroute.
:: Die Weinstraßen: rund um Bordeaux, Bergerac, im Jurançon des Béarn und im Tursan der Landes.

Und in den Städten? Hier finden Sie äußerst verlockende Programme in Bayonne, Bordeaux und Pau:

:: Bayonne: 2 Vorschläge stehen zur Auswahl, einer vom Fremdenverkehrsbüro rund um die Schokolade (2 Stunden Besichtigung, 10 €/Pers. auf Reservierung), ein anderer in Begleitung einer lokalen Incoming-Agentur, die Sie zu einem Vormittag im Zeichen der lokalen Traditionen einlädt, vom Schinken bis zum « Trinquet », ein Spielfeld für das baskische Pelota (für Gruppen ab 8 Pers., 65 €/Pers).

:: Bordeaux: 1. Das Fremdenverkehrsbüro Bordeaux Métropole bietet zahlreiche Vorschläge an, von den Märkten über die Boutiquen mit ihren Spezialitäten bis zu den Weinbergen. 2. Eine von ihrer Stadt und deren genussreichen Spezialitäten begeisterte Einwohnerin bietet « Food Tours » an, die dem Wechsel der Jahreszeiten folgen: Miam, balades gourmandes.

:: Pau: Dank dem Gourmet-Passkommen Sie in den Markthallen in den Genuss deftiger und süßer Leckereien. Auf dem Menü stehen der Schinken Heinrich IV. mit dem Geschmack von « Knoblauch und Jurançon », Bachsaibling in Sauerampfer-Marinade, die „Coucougnettes von Heinrich IV.“, ein Bonbon mit Mandel, Marzipan und Schokolade, der Keks „Denier de Navarre“… und natürlich der herausragende Wein aus dem Jurançon. Fremdenverkehrsbüro, 12 €.

Fromage de brebis et berger ©CDT64-Medialab

Schafskäse und Schäfer ©CDT64-Medialab

 

Genussreiche Feste

 


Wussten Sie, dass die Region ihre eigene „Agentur für die Förderung des Lebensmittelsektors (AAPrA)“ hat? Diese Agentur hat 2014 eine kleine Bibel herausgebracht, das Inventar des gastronomischen Erbes der Aquitaine. Eine in Frankreich einmalige Liste mit heute über 300 Referenzen.

Hier finden Sie einen Einblick in die Produkte, die eine geschützte geografische Angabe IGP tragen. Und wie sollte es anders sein, in Frankreichs Südwesten hat natürlich jede Spezialität auch ihr eigenes Fest!

Das Trüffelfest in Sarlat, an dem Sonntag, der dem 20. Januar am nächsten liegt.
Die Trüffel ist der « schwarze Diamant » des Périgord. Jemand aus der älteren Generation wird Ihnen sagen, dass man noch vor 50 Jahren an Markttagen die Trüffel schon vom Justizpalast des Périgueux aus riechen konnte. Ist das nun übertrieben oder einfach ein Zeichen dafür, dass sich die Zeiten geändert haben? Wie dem auch sei, die Trüffel ist und bleibt das Symbol des Schwarzen Périgord. Mehrere Dörfer haben ihre eigenen Märkte, der in Sorges ist dabei eine wahre Referenz und findet am letzten Januarsonntag statt.

Gänse- und Entenmarkt in Dax, der an den Wintersamstagen stattfindet und unter dem « schwarzen Prinzen » in 1356 gegründet wurde.
Die Foie gras verdanken wir einem kleinen Mädchen, das ganz in der Nähe von Peyrehorade wohnte. Yantine zog einen kleinen Vogel auf und fütterte ihn so viel, dass er bald groß und fett wurde. Die Herren des Dorfes forderten ihn daraufhin für ihre Küche ein. Nachdem sie den Vogel probiert hatten, verlangten sie, dass alle Enten so aufgezogen werden sollten. Noch heute ist die Foie gras die wichtigste Einnahmequelle der Landes! Übrigens, die in Freiheit lebenden Enten und Gänse mästen sich ebenfalls selbst vor der Migration, um sich in höher gelegenen Gebieten vor der Kälte zu schützen.

Der Schinkenmarkt in Bayonne, am Osterwochenende.
Dieses in 1462 gegründete Fest ist eine schöne Gelegenheit, um die traditionellen und handwerklichen Herstellungsmethoden des Schinkens aus Bayonne kennen zu lernen und um dabei zu sein, wenn der beste Schinken prämiert wird! Damals hatte dieser Markt den Sinn, den einzigen Schinken bekannt zu machen, der von Schweinen stammte, die im Adour-Becken gezüchtet wurden und der im Salinensalz aus Salies-de-Béarn konserviert wurde.

Das Lammfest in Pauillac, am Pfingstsonntag.
Eine weitere Jahrhunderte alte Tradition, eine weitere herausragende Spezialität… Mit der Übertragung der Aquitaine an den König von Frankreich und dank der Politik von Colbert kamen zahlreiche pyrenäische Schäfer aus den Tälern von Aspe, Ossau und Barétou zur Überwinterung in das Tal der Garonne und des Médoc. Das Lamm wurde maximal 75 Tage lang großgezogen, ohne dass es den Stall verließ. Es wurde mit der Milch seiner Mutter gefüttert, die zwischen den Weinstöcken grasen durfte.

Das Pflaumenfest, Ende August, Anfang September.
Die Mönche der Abtei in Clairac sollen im 13. Jahrhundert die Pflaume aus Ente kreiert haben, deren eigentliche Produktion aber erst im 16. Jahrhundert richtig begann. Die längliche Form erinnert an den Rugbyball, an dem man in unserer Region ebenfalls nicht vorbeikommt! Besuchen Sie auch das Museum der Gourmet-Pflaume in Granges-sur-Lot.

Fête de la truffe à Sarlat ©OT Sarlat-Croustous

Trüffelfest in Sarlat ©OT Sarlat-Croustous

 

Restaurants: wahre Gaumenfreuden

 

Hier finden Sie eine unvollständige Liste der bedeutenden Restaurants in der Aquitaine:

:: Dordogne: L’Oison in Chancelade, Le Vieux Logis in Tremolat (Dordogne), Etincelles Le Bourg, Sainte Sabine Born
:: Gironde: Les Belles Perdrix des Schlosses Troplong-Mondot in Saint-Emilion, Le Pressoir d’Argent von Gordon Ramsay in Bordeaux, La Grande Maison in Bordeaux, Château Cordeillan Badges in Pauillac. Für einen kleinen Imbiss zwischendurch und unterwegs probieren Sie die Kreationen großer Küchenchefs im French Burger, dem typisch südwestfranzösischen Fastfood.
:: Landes: Les Près d’Eugénie in Eugénie-les-Bains, Le Relais de la Poste in Magesq, MB Restaurant in Capbreton, Le Jean des Sables in Hossegor, La Villa de l’Etang Blanc in Seignosse
:: Lot-et-Garonne: L’Aubergade in Puymirol, L’Auberge du Prieuré in Moirax, L’Agenais Eric Mariottat, La Table des Sens in Villeneuve-sur-Lot, Le Stelsia in Saint-Sylvestre-sur-Lot
:: Pyrénées-Atlantiques: L’Atelier Gaztelur in Arcangues, L’Impertinent in Biarritz, Cap e Tot in Morlanne, La Villa Eugénie in Biarritz, Ithurria in Ainhoa.

>> Weitere gastronomische Restaurants finden Sie auf unseren Extraseiten im Menü der Webseite unter « Art des Restaurants » < « Gastronomisches Restaurant ». 

Und wenn Sie selbst am Herd stehen möchten… besuchen Sie einen Kochkurs!
Das Angebot an Kochkursen ist sehr vielseitig, je nach Jahreszeit werden auch Kurse in den Hotels und Gästezimmern angeboten. Wir haben unten einige Ideen für Sie zusammengetragen, weitere Vorschläge finden Sie auf unseren Extraseiten im Menü der Webseite unter « Art der Aktivität » < « Gastronomie ».

In der Gironde
Die Villa der ChefsDas Atelier der ChefsKochschule im Saint JamesKochkurs auf dem Weingut Château Pape ClémentDas kulinarische Atelier.
Im Baskenland und im Béarn
Kochkurs Grand Chef BiarritzGaztelurDas kulinarische Atelier und SieKüche des Béarn und des Adour.
Mit Kindern
:: Märchenhafte Leckereien in Uzos. Im Museum der süßen Künste erwartet Sie eine Schnitzeljagd mit der berühmten Hexe Confiture. Ob sie Ihnen ihr Rezept verraten wird? Der überraschungsreiche Parcours endet mit einer Verkostung.
:: Schokoladen-Werkstatt in Bayonne: Folgen Sie dem « Entdeckungs-Parcours vom Kakaobaum bis zur Schokolade ». Die Besichtigung dieser Schokoladenfabrik aus dem 20. Jahrhundert endet natürlich mit einer Verkostung!

Atelier au restaurant Le Saint James ©CRTA

Kochkurs im Restaurant Le Saint James ©CRTA

 

Und auch das Auge isst mit!

 

Sagte nicht schon Delacroix: « Die erste Tugend eines Tisches… ähm eines Bildes natürlich, ist es, ein Fest für das Auge zu sein »?!
Die Aquitaine besitzt in Sachen Tafelkunst eine ganze Sammlung an einzigartigen Objekten, die zum Teil schon bei Ausstellungen prämiert wurden. Dabei handelt es sich um Teller, Gläser, Messer und auch Tischdecken, die von den größten Künstlern von gestern und heute kreiert wurden.

Samadet in den Landes
Das 18. Jahrhundert war geprägt von der Entwicklung der Steingutfabriken. In den Landes erlebte die königliche Manufaktur für Fayence in Samadet zwischen 1732 und 1838 ihr goldenes Zeitalter, bevor das Steingut schließlich vom Porzellan verdrängt wurde. Dort können Sie das damals sehr beliebte Geschirr mit blauem oder grünem Jugendstilmuster, im chinesischen Stil, mit bunten Dekoren u.v.m. entdecken.
Departementales Museum für Faïencerie und Tafelkunst in Samadet

Museum der dekorativen Künste in Bordeaux
In Bordeaux gab es eine Zeit, da wurden die Tische elegant gedeckt, da wurden die « kleinen Teller in die großen gestellt ». Die Handelsschiffe wurden natürlich mit Wein beladen, aber nicht nur: auch das edle « Faïence-Geschirr für die Kolonien » von Jules Vieillard kam mit an Bord.  Und was war nun an diesem damals so angesagten Geschirr so besonders? Die Motive! Die Muster waren inspiriert von orientalischen Motiven und besonders von den Werken von Hokusaï. Dieses feine und berühmte Faïence-Geschirr war damals ein Verkaufsschlager und im Museum für dekorative Künste und Design in Bordeaux ist heute eine schöne Sammlung davon zu sehen.

Das baskische Museum
Die Objekte der Töpferei in Ciboure, die zwischen 1919 und 1950 kreiert wurde, waren erst vom Jugendstil und später vom neo-baskischen Stil geprägt. Die Töpferwaren werden nach einem bestimmten Verfahren mit bearbeitetem Sandstein hergestellt. Diese Töpferei wurde in den Jahren um 1995 von dem Künstler Robert Brandhof neu erdacht… hin zu mehr Moderne im baskischen-niederländischen Stil? Auf jeden Fall hat er der Töpferei, die lange Zeit im Schatten stand, wieder neues Leben eingehaucht. Baskisches Museum in Bayonne.

Wie wäre es mit einem Einkaufsbummel?
So zeitlos wie unnachahmlich: das Messer aus Nontron und die Tischdecken im Stil von Baskenland und Béarn.

Das Messer aus Nontron ist das älteste Messer in Frankreich, sein Ursprung soll bis auf das 15. Jahrhundert zurückgehen und das Schwert von Karl VII. « dem Siegreichen » soll ebenfalls von den Experten aus Nontron geschmiedet worden sein. Das überlieferte Know-how können Sie bei einer Werkstattbesichtigung entdecken.
Übrigens: Die neueste Kreation von Christina Ghion hat bei den Design-Trophäen der Aquitaine den ersten Preis gewonnen – www.coutellerie-nontronnaise.fr

Was für ein schöner Mix: die Wäsche aus dem Béarn (mit dem Dorf Coarraze als Hauptstadt dieser Kunst) und die traditionellen Streifen und Farben aus dem Baskenland! Seit jeher und immer zeitgemäß schmücken schicke und typische Tischdecken unsere Tische und Trockentücher und Schürzen unsere Küchen. Berühmte Künstler frischen regelmäßig die Kollektionen auf, darunter der Amerikaner Hilton Mc Connico, der für die Kollektion mit Aufnähern bekannt wurde, oder auch Stylisten wie Gouny und Marrange. Merken Sie sich diese Marken: Tissage Moutet, Artiga, Ona-Tiss und Lartigue.

…. und aktuell spricht man über diese Designer aus der Aquitaine:
Roland Daraspe, Meister der Handwerkskunst in Macau (33); Diane Casteja, Glasermeisterin in Urrugne (64); Vincent Poujardieu, Architekt und Designer in Bordeaux-Mérignac (33); Anne Xiradakis, Designerin in Bordeaux (33).

Linge basque d'aujourd'hui ©Lartigue 1910

Moderne baskische Tafelwäsche ©Lartigue 1910

 

Und bald auf dem Programm: Bordeaux So Good

 

Für das Festival von Bordeaux für die Gastronomie und die Lebenskunst erfindet sich das Terroir neu.
Vom Hangar 14 über den Place de la Bourse und bis zum Nationaltheater von Bordeaux verwandelt sich die Stadt in einen riesigen Markt und wird zu einem Treffpunkt für Produzenten, große Küchenchefs und Spezialisten aus der ganzen Aquitaine, die alle ihre ganz eigene Spezifität mitbringen. Sie bieten Ihnen Verkostungen und Kochvorführungen an und nähren auch Debatten über eine bessere Ernährung und den Platz der Gastronomie in der heutigen Gesellschaft. 

Bordeaux SO Good, das Gastronomiefestival in Bordeaux, am 18., 19. und 20. November 2016.

 

Zum 1. April 2016 verschmelzen die Regionen Aquitaine, Limousin und Poitou-Charentes zu einer einzigen großen Region! Entdecken Sie auch das touristische Angebot des